Bei
der Begrifflichkeit “FASIL” weiss jeder türkischer Bürger, was
ihn erwartet. Ein schöner Tagesabschluss mit Ehefrau, Geschäftspartner
oder Freunden, kleine Speisen und Raki.
Um „FASIL“ zu zelebrieren ist es auch undenkbar, nicht zumindest
im Sakko zu erscheinen, die Ehefrauen kleiden sich elegant und
stilvoll – genau wie ein solcher Abend auch charakteristisch vonstatten
gehen soll.
Westlich betrachtet kann man „FASIL“ mit einer
Lounge vergleichen.
„FASIL“ übersetzt beschreibt die Vorführung der türkischen Musik,
die ununterbrochen in einer harmonischen Tonlage zelebriert wird.
Diese Tradition stammt bereits aus den Glanzzeiten
des osmanischen Reiches, eine Anlehnung an die Sternstunden der
Elite der Geschäftsleute, die sich trafen, um mit ihren Frauen,
Freunden und Geschäftspartnern den Tag entspannt zu Ende zu bringen
und bis tief in die Nacht bei einem Raki beisammen zu sitzen und
klassischer, türkischer Musik zu lauschen.
Ursprünglich basiert „FASIL“ auf die Esskultur
der osmanischen Elite
(das Sultanat) sowie der Haltung des Vorkosters. Die Tradition
des Vorkosters erlaubte diesem alle Mahlzeiten des Sultans (Herrscher
des osmanischen Imperiums) vorab zu sich zu nehmen, um einen versuchten
Attentat auf toxischer Ebene vorzubeugen.
Die Art und Weise und die Menge wie der Vorkoster dies machte,
reflektiert sich mehr und mehr zu allgemeinen Esskultur.„FASIL“
ist nicht nur das Essen und Trinken als solches, es ist eine eigenständige
und sehr lebhafte Kultur des Miteinanders, des Beisammenseins
und Amüsements.